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POTW 026

Bobby Sheen - "I may not be what you want" (WB)

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MP3-File
Spieldauer: ca. 80 Sek.
Dateigrösse: ca. 240 KB


Robert Joseph Sheen wurde am 17. Mai 1941 in St. Louis, Missouri geboren, wuchs aber in Süd-Kalifornien auf. Erste Bühnenerfahrung sammelte er als Mitglied der Robins und der Coasters; diese beiden Vokalgruppen waren in den späten 50ern in L.A. sehr beliebt und traten in wechselnder Besetzung häufig auf. Anfänglich orientierte sich Sheen stark am Gesangsstil von Clyde McPhatter, der in den frühen 50ern als Lead-Sänger der Drifters und später solo sehr populär und erfolgreich war.
Sheen lebte in West Hollywood, genau wie ein gewisser Phil Spector (der unlängst in die Schlagzeilen geriet, weil er ein Model erschossen haben soll). Lester Sill, ein einflußreicher Geschäftsmann, der damals (1962) gerade gemeinsam mit Spector das PHILLES-Label gegründet hatte, stellte schließlich den Kontakt zwischen Spector und Sheen her.
Spector nutzte seine damalige kurzzeitige Anstellung als A&R bei LIBERTY, um in New York für dieses Label Sheens erste Platte zu produzieren, "How many days". Kurz darauf verlegte er seine Aktivitäten nach L.A., wo er mit Hilfe des Toningenieurs Larry Levine das Gold Star Studio mit einem ganz besonderen Klang einrichtete.
Sheen war bei den Aufnahmen der "Crystals" (anfänglich nur eine Gruppe von Session-Sängern, zu denen u.a. auch Darlene Love gehörte) dabei und im Falle von "Zip-A-Dee-Doo-Dah" sang er die Lead Vocals. Der von Spector neu arrangierte Song, ursprünglich ein Kinderlied aus einem Walt-Disney-Film von 1940, ging zu Weihnachten in die Top 10. Ein ähnlicher Erfolg wurde jedoch mit den folgenden Singles nicht mehr erreicht und der umtriebige Spector wendete sich bereits neuen Projekten zu, als eine Bande Pilzköpfiger Amerika heimsuchte und die vorher so populären Girl Groups wie die Crystals oder die Ronettes ohnehin abgemeldet waren.
Bobby Sheen unterzeichnete 1966 bei CAPITOL, er nahm dort mindestens zwei Singles auf, die ihrerzeit floppten, von denen jedoch "Dr. Love" zu einem Northern-Soul-Klassiker wurde. Über die Zeit bei Warner Brothers waren keine Informationen zu finden, belegt sind mindestens vier Singles. Später fand Sheen wieder zu seinen Anfängen zurück und sang bei einer der verschiedenen Oldies-Bands, die unter dem Namen The Coasters firmierten. Zeitweilig führte er auch ein eigenes Label.
Bobby Sheen verstarb vor vier Jahren, am 23. November 2000, in L.A. an Lungenentzündung.

"I may not …" wird leider (auch von mir) recht selten gespielt, was wiederum kein Wunder ist angesichts der einfach fantastischen anderen Seite "Something new to do", die meistens den Vorzug erhält. Mel & Tim haben "I may not …" im selben Jahr (1972) ebenfalls in einer guten Version aufgenommen, auf STAX, hiervon gibt es auch eine deutsche Pressung (Bellaphon/Stax), aber Sheens Version ist nach meinem Geschmack einfach eleganter produziert.
"Something new to do" gehört zu meinen Alltime Favourites, seit ich den Song kenne, aber in letzter Zeit scheint er auch in England (wieder) in Mode gekommen zu sein, preislich hat die Platte dort, vor allem die etwas seltenere reguläre Issue, deutlich angezogen. John Manship (wer?) gibt sie inzwischen mit £ 150 an und bei einer seiner dubiosen Auktionen soll sie unlängst sogar noch einen deutlich höheren Preis erzielt haben, naja... für englische Preise gilt wie immer "alle Zahlenangaben ohne Gewähr", denn so super selten ist sie natürlich auch nicht. "Something new to do" bekommt man auch auf dem sehr empfehlenswerten KENT-Sampler "Paying our dues" bzw. nur 15 Jahre danach auch als 7"-Reissue, von "I may not …" existiert meines Wissens keine Nachpressung.

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